Digitale Vernetzung in der konservativen Augenheilkunde

Die Vertretung der ambulanten Ärztinnen und Ärzte in Thüringen testet eine neue augenärztliche Versorgung für Diabetiker.

Zielsetzung

Wenn Augen an einer diabetischen Retinopathie erkrankt sind, ist das Sehen stark eingeschränkt. Im schlimmsten Falle kann die Netzhautablösung sogar zu einer Erblindung führen. Wird sie frühzeitig erkannt, kann die Krankheit verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) testet eine neue Versorgung, um Diabetikern zu helfen.

Mithilfe des Projekts DIVA (Digitale Vernetzung in der konservativen Augenheilkunde) sollen diabetische Retinopathien frühzeitig erkannt werden. Es bietet etwas, was die Krankenkassen bisher nicht übernehmen: In acht Diagnostikzentren werden ab April 2026 Bilder des Augenhintergrundes gemacht. Beteiligte Augenärzte befunden die Aufnahmen über eine telemedizinische Anwendung, das heißt, sie sind nicht vor Ort. Bei Auffälligkeiten wird ein zeitgerechter Termin in einer Augenarztpraxis angeboten.

Ziel des Projekts ist es, dass mehr Diabetikerinnen und Diabetiker in schwächer versorgten Regionen Thüringens ihren Augenhintergrund untersuchen lassen. Aktuell nehmen nur 60 Prozent der Thüringer Diabetiker die empfohlene Untersuchung in Anspruch. Durch dieses Angebot sollen Augenarztpraxen von Vorsorgeuntersuchungen entlastet werden. Dadurch werden wieder mehr Termine für notwendige Behandlungen frei.

Projektablauf

Ab April 2026 werden für zwei Jahre acht Diagnostikzentren eröffnet. Das geschieht in den Städten Neustadt an der Orla, Schleiz, Mühlhausen, Bad Langensalza, Eisenach, Bad Salzungen, Meiningen und Suhl. Diabetikerinnen und Diabetiker können dann telefonisch oder online einen Termin in einem Diagnostikzentrum vereinbaren. Patienten müssen im Saale-Holzland-Kreis, Unstrut-Hainich-Kreis, Wartburgkreis mit Eisenach und Schmalkalden-Meiningen oder in Suhl wohnen und mindestens 18 Jahre alt sein. Darüber hinaus muss bereits eine Diabetes-Erkrankung vorliegen.

Insbesondere Hausärztinnen und Hausärzte werden Schlüssel zum Erfolg dieses Projekts sein. Sie kennen die Diabetikerinnen und Diabetiker und können ihre Patienten über DIVA informieren.

Start

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (kvt) wird planmäßig alle acht Standorte im April öffnen und dies feierlich am Standort Suhl kundtun:

Donnerstag, 2. April 2026, 10 Uhr
Stadelstraße 2, 98529 Suhl
        Zum Gespräch werden kommen:
•        Katharina Schenk, Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie
•        Dr. Annette Rommel, erste Vorsitzende der KV Thüringen
•        André Knapp, Oberbürgermeister von Suhl

        Im Anschluss findet eine kleine Demonstration des Projekts statt.

Internet: www.kvt.de

Termine werden ausschließlich telefonisch oder online app.arzt-direkt.de/diva-thueringen/booking vergeben. Weitere Informationen finden Sie unter www.kv-thueringen.de/diva .

Förderung

DIVA ist ein vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördertes Innovationsfondsprojekt. Die Partner der KVT in diesem Projekt sind die Krankenkassen BARMER, DAK-Gesundheit und Techniker Krankenkasse. Das Universitätsklinikum Jena begleitet das Projekt wissenschaftlich. Darüber hinaus wurden Kooperationen mit der AOK PLUS, der KKH, dem BKK Landesverband Mitte, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V., dem Berufsverband Thüringer Hausärzte und dem Diabetiker Thüringen e. V. geschlossen, die das Projekt unterstützen.

Download dieser Information

Letzte Aktualisierung am 17.03.2026

Menu: